Europameisterschaft
der Männer u 17 23./24.08.2003 Baku / Aserbaidschan
Ca. 250 TeilnehmerInnen aus 30 Ländern
Für
Baden-Württemberg ging bis 50 kg Timo
Singvogel vom Vfl Sindelfingen an den Start.
Im
ersten Kampf besiegte er Gaivoto aus Portugal mit mehreren Wertungen, erzielt
durch Abtauch.- und Schulterwurftechniken.
Danach ein ganz spannender Kampf mit Redouane vom Französischen Nationalteam.
Timo erkämpfte sich drei Wertungen durch
Innnensichelwurf und Sumi-Gaeshi, außerdem erhielt sein Gegner zwei
Bestrafungen. Dieser versuchte Timo über Strafen zu besiegen,
da er ihn nicht stellen konnte. Timo kämpfte überlegt und hielt dem Druck
stand, somit erreichte er das Halbfinale. Dort wartete ein
ganz "schwerer Brocken" - Tvildiani aus Georgien, schon platziert bei
dem erst kürzlich ausgetragenen European Youth Olympic
Festival in Paris. Nach einer Minute schaffte es der georgische Kämpfer einen
Arm Timos einzubinden und mit einer seiner Spezial-
techniken, einer Abtauchvariante, zu werfen. Im Kampf um den dritten Platz gab
es ein wiederholtes Aufeinandertreffen mit Kowalski
aus Polen. Beim Masters in Bremen hatte Timo durch Ippon für O-Soto-Gari
gewonnen, bei der IDM in Heilbronn durch Armhebel
verloren. In Baku ging Timo schnell mit Waza-ari (halber Punkt) durch
O-Soto-Gari in Führung, schade: ein wenig mehr Schwung
bei der Wurfausführung und Kontakt der zweiten Schulter des Gegners deutlich
auf der Tatami, hätten den Kampf entscheiden können.
An dem war aber nicht. Timo bestimmte den Kampf weiter, der
Pole erhöhte aber seinen Angriffsdruck. Einen kurzen Moment zu ruhig,
einen neuen Griff des Gegners zu gelassen und dann bei der folgenden Beinfass. -
Kata-Guruma Technik statisch und nicht dynamisch
durch Ausweichen reagiert und die Bronzemedaille war verloren. Tomasz Kowalski
gewann mit Ippon und sicherte sich so nach
dem
EYOF in Paris
seinen zweiten dritten Platz.
Timo hat an diesem Tag vor wahrscheinlich mehr als 3000 Zuschauern ein gute bis
sehr Leistung geboten, technisch stark ( O-Uchi-Gari,
O-Soto-Gari, Abtauchtechnik, Ippon-Seoi-Nage und Sumi-Gaeshi geworfen ) aber
auch mental war
er gut drauf. Schade das es nicht ganz
zur erhofften Medaille gereicht hat.
Für
Thomas Beck von der TSG Backnang
begann seine erste Europameisterschaft ganz und gar nicht nach Wunsch. Mit dem
Griffkampf
des starken Spaniers Ramirez kam Thomas nicht zurecht. Zu selten konnte er sich
gegen die Linksauslage durchsetzen und eigene Angriffe
starten. In der letzten halben Minute mußte Thomas "komplett
aufmachen", um den durch Passivitätsstrafe und Schulterwurf
hervorgerufen
Rückstand noch aufholen zu können. Der Spanier nutze dies zu einem Ippon für
Schulterwurf. Nun galt es in der Trostrunde gegen Prodan
aus Slowenien und Kubieniec aus Polen zu bestehen. Gegen den slowenischen Kämpfer
hatte Thomas wieder Mühe im Standkampf mithalten
zu können, nutzte aber einen konsequenten Übergang vom Stand zum Boden für
Haltegriff und siegte mit Ippon. Den Polen warf er mit einer
Kontertechnik und
brachte den Vorsprung taktisch klug über die Zeit. Aigumov aus Rußland
hieß der nächste Gegner. Zu Beginn konnte
Thomas den Griffkampf bestimmen und mit kleiner Wertung in Führung gehen, doch
wenige Sekunden
gezögert und der Russe kam zu
seinem Spezialgriff
und warf Ippon durch Abtauchtechnik.
Am
Ende für Thomas ein 7.Platz ,als junger Jahrgang, und viele neue Erfahrungen
und Motivation im nächsten Jahr im Juli in Rotterdam
bei der Europameisterschaft u 17 erfolgreich zu sein.
Die
Ausrichtung der Meisterschaft in einer WM - tauglichen Halle ist nur zu loben,
die Aserbaidschanische
Judo Förderation schaffte tolle
Bedingungen für die jugendlichen KämpferInnen auf gleichem Level wie bei Männer
und Frauen Veranstaltungen.
Alle
Ergebnisse unter www.ippon.org
Mirko Grosche