Trainings.- und Wettkampfreise nach Kasachstan
Angeregt
durch Alfredo Palermo, der schon viele Jahre sehr guten Kontakt zu Kämpfern und
Offiziellen
der Kasachischen Judo Förderation hat, reiste, in Kasachstan sehr gut betreut
durch Sergei Schakimov,
eine Delegation Männer u 17 zum Internationalen Turnier in die Hauptstadt
Astana. Trotzdem die Kosten
für den Aufenthalt komplett von den Gastgebern getragen wurden, blieben für
die Verbände und die ARGE
Judo noch Reisekosten zu übernehmen. Der Dank des Baden -Württemberg Kaders
gilt deshalb, außer den
schon Genannten auch allen nicht Genannten, die diese Judo Reise ermöglicht
haben.
Zu
unserem Team gehörten neben den Athleten Pristel, Ziegelmüller, Tetik, Walser,
Sold, Blank, Dräger,
Wald, Singvogel auch die beiden Präsidenten der Verbände Norbert Nolte und
Paul Ulbrich.
An
den Tagen vor den Wettkämpfen bot sich für uns die Möglichkeit ein erstes
gemeinsames Training zu absolvieren.
Außerdem
blieb Zeit neben dem National Museum, ein Aquarium mit 3D - Kino zu besuchen,
sowie erste Erkundungen
und Einkäufe in dem "Eurasia - Basar" zu machen.
Am
Freitag vor den Kämpfen nutzen wir die Gelegenheit im großen Sportzentrum von
Astana, welches den ganzen
Tag mit Sporttreibenden gefüllt
war (beindruckend), Fußball zu spielen.
Eben
in diesem Sportzentrum fand dann
auch das, mit vier Ländern aus der Region und unserem Team, stark
besetzte
"Internationale Turnier um die
Preise von Sergei Schakimov" statt.
Neben den starken Gastgebern überzeugten vor allem
die Athleten aus Russland (Krasnojarsk - auch da war vor wenigen Jahren eine Männerauswahl
Baden -Württemberg zu Gast!!).
Am
Samstag waren die "schweren Jungs" an der Reihe. Marco Dräger (-81kg)
aus Villingen erkämpfte mit einer starken
Leistung die Bronzemedaille. Nur im ersten Kampf verlor er gegen den späteren
Sieger Asabov mit Ippon.
Helmut Blank (-66kg) aus Heidelberg und Marcel Sold (-73kg) vom JC Oftersheim kämpften
ebenfalls ein gutes Turnier.
Sie begeisterten mit tollen Ippons gegen starke Konkurrenz, mußten sich aber am
Ende doch noch geschlagen geben
und belegten beide Platz 5.
Am
zweiten Wettkampftag erhofften sich alle eine Steigerung des schon respektablen
Ergebnisses. Doch die Hoffnungen
wurden enttäuscht. Kleine individuelle (vor allem taktische) Fehler, eine
Verletzung, vielleicht auch die nicht gut verkraftete
Zeitumstellung, ließen unsere Athleten nicht ihr wirkliches Leistungsniveau
ausschöpfen. Natürlich sei auch die hohe Motivation,
technische Klasse und der unbedingte Siegeswille unserer Gegner angesprochen.
Unserer Kämpfer , von denen fast alle zur
deutschen Spitze gehören, erlebten Kämpfe, die ihnen alles abverlangten, oft
scheiterten wir knapp und erst kurz vor Kampfende.
Gerade in den leichteren Gewichtsklassen gibt es Kasachstan eine Unmenge an
gleichwertigen Athleten, um am Turnier teilnehmen
zu dürfen, mußten Ausscheidungsturniere gewonnen werden!
Trotz
des am Ende nicht befriedigenden Ergebnisses muß gesagt werden, das unsere
Athleten versucht haben ihr Bestes zu geben,
auch wenn es unter den gegebenen Umständen ( für die Jüngeren das erste
Internationale Turnier) nicht gereicht hat.
An
den beiden Tagen nach den Kämpfen wurden auf unseren Wunsch hin vier gemeinsame
Trainingseinheiten, mit
vorwiegend
wettkampfnahen Charakter, absolviert. Bei der Montag - Abend Einheit ließ der
Kasachische Judo Verband die Tür
zum Dojo
abschließen ... zu viele Judoka
wollten mit unserer Mannschaft trainieren ...
Beim
gemeinsamen Training studierten unsere Jungs den kasachischen Kampfstil und
zeigten, das wir doch nicht so weit weg
sind, wie das reine Wettkampfergebniss vermuten läßt.
Natürlich
bekamen wir durch die gemeinsamen Trainingseinheiten und Gespräche am Rande
viele Informationen über die Struktur
der Sportförderung in Astana . So trainieren schon 13 - jährige ausgewählte
Athleten zwei Mal am Tag jeweils 2 Stunden vor und
nach der Schule. Das Sportschulsystem wurde auch nach der Gründung der Republik
Kasachstan aufrecht erhalten. Erfolgreich im
Sport sein, dies ist für viele der Athleten die wir kennenlernen durften: ihre
Lebensperspektive.
Auch
wenn man sich bei einem kurzen Besuch kein umfassendes Bild
machen kann, denke ich sagen zu können, daß Kasachstan
ein, langsam, aufstrebenden Land ist.
Sehr
gastfreundliche, sportbegeisterte Menschen, die
aber noch mit großen, zum Teil existentiellen Problemen zu kämpfen
haben.
Kurz
vor unserer Abreise hatten wir die Gelegenheit vor den Toren der Stadt die
Weiten der Kasachischen Steppe zu bewundern und
noch letzte Einkäufe von Souvenirs
Müde,
erschöpft und um viele sportliche, geschichtliche und positive
zwischenmenschliche Erfahrungen reicher traten wir am 12.11.03
die Rückreise an.
in Heilbronn und vielleicht war das nicht unsere letzte
Judo - Reise nach Kasachstan ... .